Kollaborative Produktentwicklung

Standort- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit sind häufig Voraussetzungen für innovative Produkte und Wertschöpfung.  Der Forschungsschwerpunkt Kollaborative Produktentwicklung am IMW greift aktuelle Herausforderungen der Koordination, Kommunikation, Wissensintegration und des Informationsmanagements im Produktentstehungsprozess auf. Treiber für die Weiterentwicklung von Prozessen und Methoden sind Technologien der virtuellen Produktentwicklung sowie die zunehmende Interdisziplinarität und räumliche Verteilung.  

  • Prozesse und Methoden der Produktentwicklung müssen immer schneller an wechselnde technologische und organisatorische Randbedingungen angepasst werden. Prinzipien der agilen (Software-)Entwicklung und insbesondere die strukturierte Reflexion unterstützen die gezielte Adaption und Einführung neuer Prozesse und Methoden in das bestehende Ecosystem einer Organisation. Herausforderung ist es dabei die umfassende, soziotechnische Betrachtung des Entwicklungskontextes, um Akzeptanz und Wirksamkeit neuer Vorgehensweisen und Methoden sicherzustellen. Basierend auf dem Konzept des Advanced Systems Engineerings fokussieren wir folgende Forschungsthemen:

    • Prinzipien für die kontextspezifische Adaption von Entwicklungsmethoden auf Basis von Elementarmethoden und wandlungsfähiger Methodenbeschreibungen
    • Planung, Initiierung und Integration strukturierter Reflexionen im Entwicklungsprozess zur gezielten Adaption von Vorgehensweisen, Methoden und Entwicklungswerkzeugen (in laufenden Entwicklungsprojekten)
    • Methoden und Kompetenzanforderungen für das System Thinkings in der modellbasierten Systementwicklung
  • Im Produktentstehungsprozess werden verschiedene Arten von Wissen generiert und verarbeitet. Herausforderungen bestehen zukünftig darin der hohen Dynamik von Wissen gerecht zu werden und Wissen über z.B. aktuelle Fertigungstechnologien wie additiver Fertigungstechnologien oder neue Entwicklungsmethoden verfügbar zu machen. Gleichzeitig muss unternehmensspezifisches Wissen expliziert und geschützt werden. Die Wissensakquise kann hierbei häufig nur auf Grundlage unstrukturierter Prozess- und Produktinformationen erfolgen. Ziel unserer Forschung ist es, die zielgerichtete (autmatisierte) Akquise und Bewertung von Wissen im Produktentstehungsprozess sowie kontextspezifische Bereitstellung von Prozess- und Produktwissen technologisch und methodisch zu unterstützen. Im Vordergrund stehen dabei folgende Forschungsthemen:

    • Prozessorientierte Identifikation und Bewertung von Wissensartefakten unter Berücksichtigung unternehmensspezifischer Wertschöpfungspotentiale
    • Wissensstrukturierung und Zugriffslogiken auf Basis dynamischer Strukturierungs- und Zugriffskriterien (adaptive Konstruktionskataloge)
    • Wissensmanagement mithilfe modellbasierter Entwicklungsmethoden durch Integration von Kontextinformationen und Wiederverwendung von Lösungsmustern   
  • Die Produktentstehung in Wertschöpfungsnetzwerken ist geprägt durch räumlich verteilte Entwicklungsprozesse und umfangreiche Koordinations- und Kommunikationsaktivitäten. Ziel unserer Forschung ist es, Technologien der virtuellen Produktentwicklung für die verbesserte Kollaboration sowie Visualisierung von Entwicklungsergebnissen und Organisation von Entwicklungsaktivitäten zu entwickeln und im Produktentstehungsprozess zu verankern. Schwerpunkte sind die datenbasierte Prozesssteuerung, die kollaborative Nutzung modellbasierter Entwicklungsmethoden und die interaktive Visualisierung von Vorgehensmodellen. Dabei stehen folgende Forschungsthemen im Vordergrund:

    • Verknüpfung und Analyse von Projekt- und Produktinformationen zur Unterstützung des Aufgaben- und Risikomanagements in verteilten Entwicklungsprojekten
    • Strategien für die kollaborative Erstellung und Analyse von Produktmodellen in frühen Phasen des Entwicklungsprozesses, Schwerpunkte Nutzungskontext und Gesamtsystementwurf
    • Vermittlung von Vorgehensweisen in der modellbasierten Systementwicklung durch interaktive Virtual Reality Szenen

Ansprechpartner

Dr.-Ing. David Inkermann

Telefon: +49 5323 / 72 - 2271
E-Mail:  inkermann@imw.tu-clausthal.de