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Zitate, Quellangaben, Literaturverzeichnis

Zitate

In wissenschaftlichen Arbeiten sollte besonderer Wert auf das vollständige Zitieren fremden Gedankengutes gelegt werden. Jedes Zitat sollte durch die Quellenangabe auffindbar und nachprüfbar sein. Zitate dürfen nicht sinnentstellend gebraucht werden, sondern müssen dem Zusammenhang entsprechen, in den sie der Autor gestellt hat. Werden von einem Autor nur einzelne Formulierungen oder Gedanken (nicht-wörtliches Zitat) übernommen, muss auch hier im Text darauf verwiesen werden. Es genügt nicht, die Quelle nur im Literaturverzeichnis aufzuführen.

Bilder und Tabellen, die nicht vom Verfasser selbst gestaltet wurden, sind wie Zitate zu behandeln.

Und damit keiner sagen kann, er wusste es nicht:

Urheberrechtsgesetz, § 63 (2):

"Soweit (...) die öffentliche Wiedergabe eines Werkes zulässig ist, ist die Quelle deutlich anzugeben, wenn und soweit es die Verkehrssitte erfordert."

Grundsätzlich sind Zitate der Originalliteratur zu entnehmen. Nur in begründeten Ausnahmefällen ist ein sogenanntes Sekundärzitat vertretbar. Momentane Bibliotheksausleihe ist keine Entschuldigung!

Einordnungsformel

Die Einordnungsformel (EF) gibt an, wo die entsprechenden bibliographischen Angaben der Quelle im Literaturverzeichnis zu finden sind. Die in naturwissenschaftlichen Arbeiten oft benutzte numerische Einordnung (z. B. (5) oder /5/) sollte nur bei kurzen Arbeiten verwendet werden. Sinnvoller ist eine alphabetisch geordnete Liste.

Die EF besteht im allgemeinen aus dem Nachnamen des Verfassers, bei mehreren Verfassern wird nur der erste angegeben.

Die EF wird zur besseren Unterscheidung vom Text durch fette Buchstaben hervorgehoben.

Beispiel:

Bauer

Werden im gleichen Literaturverzeichnis verschiedene Autoren gleichen Namens angegeben, so wird die EF durch den abgekürzten Vornamen erweitert.

Beispiele:

Bauer, S.
Bauer, K.

Bei Schriften ohne Verfasser bzw. Urheber treten ein oder mehrere signifikante Wörter des Sachtitels an die Stelle der Verfasserangabe.

Beispiele:

DIN 1505
Stahlschlüssel

Die EF kann für Werke, die allgemein unter einer Kurzbezeichnung bekannt sind, von den angeführten Regeln abweichen.

Beispiele:

Dubbel
Hütte

Die EF wird entweder in den Text integriert oder am Ende des Zitates in Klammern oder Schrägstrichen angefügt. Bei Bildern oder Tabellen wird die EF an die Unterschrift in Klammern oder Schrägstrichen angefügt. Der Ausdruck steht dann stets vor Komma, Punkt oder anderen Satzzeichen.

Beispiele:

Nach Auffassung von Bauer kann man ...
Bauer stellt in seinen Ausführungen fest, dass ...
... Diese Angaben von Bauer werden von Meier bestätigt.
... ( Meier ).
... / Meier /.
Abb. 26: ... ( Schulz ) oder / Schulz /


Literaturverzeichnis

Die Einordnungsformeln der zitierten Dokumente werden alphabetisch geordnet. Je nach Art des zitierten Dokuments unterscheiden sich die Angaben im Literaturverzeichnis.

 

Die folgenden Angaben sind der DIN 1505, Teil 2 entnommen. Sie wurden stark verkürzt (um den Umfang dieser Anleitung nicht ins Uferlose wachsen zu lassen), aber auch etwas vereinfacht.

Allgemeine Angaben

Die einzelnen Bestandteile der Quellenangabe werden durch bestimmte Zeichen (Deskriptionszeichen) voneinander getrennt:

  • Nach Punkt (. ) und Komma (, ) steht eine Leerstelle.

  • Vor und nach Gedankenstrich ( - ), Schrägstrich ( / ) und Semikolon ( ; ) steht eine Leerstelle.

  • Der Doppelpunkt wird sowohl als Deskriptionszeichen mit Leerstelle vor und nach dem Doppelpunkt ( : ) wie auch als normales Satzzeichen nur mit nachfolgender Leerstelle (: ) verwendet.
    Im folgenden wird für das Deskriptionszeichen zur besseren Unterscheidung das Zeichen "( : )" verwendet. Das normale Satzzeichen wird mit "Doppelpunkt" bezeichnet.

  • Das Semikolon trennt mehrere gleichrangige Angaben (z. B. mehrere Verfasser).

Selbstständige Schriften, z. B. Bücher

Verfasser werden in folgender Form angegeben:

  • Familienname mit sämtlichen zu ihm gehörenden Bestandteilen (z. B. von, de la),

  • nach einem Komma (, ) folgt der erste Vorname in der Vorlagenform, die weiteren Vornamen jeweils als Initiale mit Punkt.

  • Weggelassen werden Titel (Dr., Prof.) und Adelstitel (Baron, Freiherr).

  • Bei mehreren Verfassern werden alle angegeben.

Gibt es keinen Verfasser, werden wichtige beteiligte Personen (z. B. Herausgeber) angegeben.

Nach einem Doppelpunkt folgt der Sachtitel (Titel der Haupttitelseite). Wichtige Zusätze zum Sachtitel (z. B. Untertitel und Erläuterungen, die auf der Haupttitelseite aufgeführt sind) werden nach ( : ) aufgeführt. Handelt es sich um eine mehrbändige Ausgabe, folgt nach einem Komma die Bandbenennung (z. B. Bd., Nr., Teil) und nach ( : ) der Titel des einzelnen Bandes.

Nach einem Punkt folgt die Ausgabebezeichnung, z. B. 2. Aufl.

Nach einem weiteren Punkt wird als Erscheinungsort der erstgenannte Verlagsort angegeben. Aus der Angabe "München - New York - London - Paris" wird also im Literaturverzeichnis nur München genannt. Nach ( : ) wird der erstgenannte Verlag so kurz wie möglich angegeben, nach einem Komma folgt das Erscheinungsjahr. Nach (. - ) können ergänzende Angaben zur äußeren Gestaltung und zum Inhalt der Vorlage gemacht werden, z. B. Sonderausgaben, Umfang (Seitenzahlen), Preisangaben, Sprache u. ä. 

EF

Verfasser I ; Verfasser II: Sachtitel : wichtige Zusätze, Bandbenennung : Sachtitel des einzelnen Bandes. Auflage. Erscheinungsort : Verlag, Erscheinungsjahr

Beispiele: 

Dubbel

Beitz, W. (Hrsg.) ; Grote, K.-H. (Hrsg.): Dubbel : Taschenbuch für den Maschinenbau. 19. Aufl. Berlin : Springer, 1997

 

Tochtermann/Bodenstein

Bodenstein, F.: Konstruktionselemente des Maschinenbaus, Zweiter Teil. 8. Aufl. Berlin : Springer, 1969

 

Zeitschriften, Handbücher, Tagungsbände u. ä.

Hierbei handelt es sich um unselbständig erschienene Schriften. Verfasser und Sachtitel werden wie im vorhergehenden Kapitel beschrieben angegeben.

 

EF

Verfasser I ; Verfasser II: Sachtitel. In: Quelle

Die Quelle wird nach den Regeln zum Zitieren aus Büchern aufgeführt, da sie als Handbuch, Tagungsschrift und dgl. eine selbstständig erschienene Schrift darstellt. Handelt es sich um einen Zeitungsartikel, wird er wie folgt angegeben:

 

EF

Verfasser I ; Verfasser II: Sachtitel. In: Titel der Zeitschrift Bandzählung (Erscheinungsjahr oder -datum), Heftnummer, Seitenangabe

Anmerkungen:

  • Die Angabe des Erscheinungsjahrs reicht bei Tagungsbänden oder Handbüchern. Zeitungen sollten mit dem vollständigen Erscheinungsdatum angegeben werden.

  • Der Heftnummer wird die Angabe "Nr." vorangestellt. Gibt es keine Heftnummer, so wird die vorliegende Heftbezeichnung angegeben, z. B. "Oktober", "Winter", "Messesonderheft".

Beispiele:

 

Corban

Corban, Monika: Software und modernes Konstruieren bringen Deutschland an die Weltspitze. In: Industrieanzeiger (2.6.1997), Nr. 23, S. 48 - 51

Antriebskonzepte

Kuppeleien ... Neue Kupplungen lassen ungewöhnliche Antriebskonzepte zu. In: konstruktionspraxis (April 1998), Nr. 4, S. 222

 

 

Tagungsschriften, Kataloge u. ä.

Die Angaben über Veranstalter und Titel werden dem Titelblatt entnommen. In Klammern folgt die Zählung der Tagung (6th Int. meeting) und der Name, der die Zugehörigkeit zu einer Folge von Kongressen ausdrückt, ergänzt um Tagungsort und -datum.

 

EF

Hrsg. ; Veranstalter: Sachtitel (Zählung und übergeordneter Titel Tagungsort Tagungsdatum). Erscheinungsort : Verlag, Erscheinungsjahr. - Ergänzende Angaben

Beispiel:

 

Verschleiß

Sonderforschungsbereich 180 der Technische Universität Clausthal (Veranst.): Clausthaler Kolloquium 1992 : Fachgespräche über Verschleiß (Clausthal-Zellerfeld 25.6.1992). Clausthal-Zellerfeld : TU Clausthal, 1992. - Originalbeiträge

 

Hochschulschriften

Unter den Begriff "Hochschulschriften" fallen Dissertationen, Habilitationsschriften, Diplom- und Studienarbeiten, Magisterarbeiten u. dgl. Vorlesungsskripte sind als unveröffentlichte Manuskripte zu zitieren.

 

EF

Verfasser: Sachtitel. Hochschulort, Hochschulart (Technische Universität, Hochschule , u. ä.), Fachbereich, Charakter der Hochschulschrift, Jahr

Beispiel:

 

Rothe

Rothe, Frank: Spielbehaftete Laschenverbindugen bei quasistatischer Belastung unter Berücksichtigung nichtlinearer Randbedingungen. Clausthal-Zellerfeld, Technische Universität, Fachbereich Maschinenbau, Verfahrenstechnik und Chemie, Diss., 1994

Hochschulschriften, die in anderer Form (z. B. Verlagsausgabe) erschienen sind, werden nach den Regeln für diese Schriften behandelt. Bei Bedarf kann auf den Charakter der Hochschulschrift in einer ergänzenden Angabe hingewiesen werden.

Firmenschriften; Forschungs- und Entwicklungsberichte (Reports)

Diese Schriften werden wie selbständige Schriften behandelt, jedoch werden alle beteiligten Körperschaften aufgeführt, außerdem die Report- oder Firmenschrift-Nummer. Als ergänzende Angabe sollte die Art des Reports oder die Angabe "Firmenschrift" vermerkt werden.

 

EF

Firma: Titel der Schrift. Erscheinungsort, Erscheinungsjahr (Nummer der Ausgabe). - Firmenschrift

EF

Verfasser ; beteiligte Körperschaft: Titel des Reports. Erscheinungsort, Erscheinungsjahr (Nummer des Reports) - Art des Reports

Beispiel:

 

Technical Review

Toyota Motor Corporation: Technical Review : Intelligent Transport Systems. Aichi (Japan), 1996 (Vol.46 No.1). - Firmenschrift

 

 


Schutzrechte

Die folgenden Regeln gelten für Schutzrechte wie Patente, Gebrauchsmuster, Erfinderzertifikate. Der Hinweis "Schutzrecht" soll Schutzrechte deutlich von anderen Quellen abheben, die ähnliche Zahlenkombinationen besitzen, z. B. Normen, Reports.

Die Identifikationsmerkmale bestehen aus dem Ländercode (Zweibuchstabencode), der Veröffentlichungsnummer und der Art des Dokuments. Sie werden auf den Dokumenten meist mit Patent-Nr., Dokument-Nr. oder Schutzrechts-Nr. bezeichnet. Die Liste einiger Ländercodes mit den jeweiligen Dokumentarten finden Sie im Anhang.

Die Priorität wird mit "Pr.:" eingeleitet, es folgt das Länderkürzel, das Prioritäts-Aktenzeichen und das Datum.

 

EF

Schutzrecht Identifikationsmerkmale (Veröffentlichungsdatum), Anmelder oder Inhaber. Pr.: Priorität. - Ergänzende Angaben (z. B. Sachtitel)

Beispiele:

 

Krantz

Schutzrecht DE 2653776 C2 (28.5.86), H. Krantz GmbH & Co. Pr.: DE 2653776 26.11.76. - Verfahren zur zugfreien Belüftung von Räumen

Kühldecke

Schutzrecht EP 0548480 A1 (30.06.93), Hewing GmbH. Pr.: DE 9116027 U 24.12.91. - Kühldecke

 

 

Normen

Normen werden ähnlich wie Schutzrechte zitiert. Der Norm-Nummer wird das Wort "Norm" vorangestellt.

 

EF

Norm Norm-Nr. Ausgabe. Sachtitel

Beispiel:

 

DIN 1505(2)

Norm DIN 1505 Teil 2 Jan. 84. Titelangaben von Dokumenten; Zitierregeln

 

 

Audiovisuelle Materialien

Audiovisuelle Materialien umfassen nichtflüchtige und flüchtige Medien. Nichtflüchtige Medien sind Bild- und Tonträger (z. B. Filme, Videokassetten), Dia- oder Folienserien, Mikroformen, Fotografien und andere Abbildungen, Plakate, Poster, Faltblätter. Flüchtige Medien sind Internet- und Videotextseiten oder reguläre Fernsehbilder.

Bei nichtflüchtigen Medien wird der Erscheinungsort und der Verlag nur angegeben, wenn diese nicht aus der Verfasserangabe hervorgehen.

 

EF

Verfasser oder Institution: Sachtitel / Einzelverfasser. Erscheinungsort : Verlag, Erscheinungsjahr. - Art der Materialien

Beispiel:

Woice of Achema

Dechema e. V.: Woice of Achema : World Catalogue of International Chemical Equipment. Frankfurt am Main : Dechema e. V., 1997 - CD-ROM

Bei flüchtigen Medien wird gegebenenfalls die Sendeanstalt als körperschaftlicher Urheber genannt, statt Erscheinungsort und -datum wird Sender und Sende- bzw. Empfangszeit angegeben. Ist das Datum der letzten Änderung auf den zu zitierenden Videotext- oder Internetseiten angegeben, so kann es statt der tatsächlichen Empfangszeit angegeben werden. Bei Videotext oder Internet wird die Seitennummer bzw. die URL in Klammern angegeben.

Genauere Angaben zur Art der Sendung (Fernsehbericht, Report) können in den ergänzenden Angaben aufgeführt werden.

 

EF

Verfasser oder Urheber: Sachtitel : wichtige Zusätze. Sender, Empfangszeit (Seitennummer/URL). - Ergänzende Angaben

Beispiele:

 

Tagesschau

ARD: Tagesschau : Wetterkarte. ARD, 11.6.1983 20.14 Uhr. - Fernsehsendung

Ertl

Ertl, Anton: Aufbau wissenschaftlicher Artikel. Internet, 6.5.1998 (www.infosys.tuwien.ac.at/Teaching/Advices/ WissArtikel.html)

 

 

Mündliche Äußerungen

Mündliche Äußerungen sind Vorträge, Reden, Ansprachen, Diskussionen usw., soweit sie nicht in Schriften oder auf Tonträgern zugänglich sind.

Solche Äußerungen werden wie selbständige Schriften behandelt, anstelle des Verfassers tritt der Redner bzw. die Diskussionsteilnehmer. Statt Erscheinungsort und -datum werden Vortragsort und -datum genannt, als Zusatz zum Sachtitel wird die Art der Äußerung (z. B. Rede, Vortrag) genannt.

 

EF

Redner: Sachtitel : Art der Äußerung. Vortragsort, Datum

 

Unikate und ähnliche Dokumente

Dokumente, die nur in wenigen Exemplaren vorkommen, z. B. unveröffentlichte Manuskripte, Briefe usw. werden wie Firmenschriften behandelt. Anstelle der Ausgabebezeichnung tritt jedoch Fund- oder Herstellungsort und -datum, anstelle des Verlages wird der Besitzer (Museum, Person, u. ä.) genannt.

 

EF

Besitzer: Titel des Dokuments. Herstellungsort, Herstellungsjahr

Beispiel:

 

TZ-Skript

Institut für Maschinenwesen: Technisches Zeichnen : Skript. Clausthal-Zellerfeld, 1994

 

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